29.06.2013

DOC in Nürnberg

VISION 100 war mit dem kompletten OP-Team der Augentagesklinik im Maria-Hilf-Krankenhaus vertreten.

Ein Schwerpunkt der Veranstaltung lag in der Vorstellung der neuesten Entwicklungen im Bereich der Versorgung von grauen Star Patienten mit innovativen Linsensystemen und neuesten Behandlungsstrategien bei verschiedenen Netzhauterkrankungen, wie Maculadegeneration (AMD) und Diabetes.

Ausserdem wurden neueste Einsatzmoeglichkeiten von Botulinum-Toxin zur Behandlung von Erkrankungen im Bereich der Augenheilkunde vorgestellt: Botulinum-Toxin, ein hochwirksames, in medizinischer Dosierung aber ungefaehrliches Nervengift, wird nicht nur zur "Faltenglaettung" eingesetzt. Es kann z.B. Patienten mit chronischem Lidkrampf ("Blepharospasmus") ueber Monate eine erhebliche Verbesserung der Lebensqualitaet bringen.

Dr. med. Klaus Schneider

Neueste Behandlungsstrategien bei Maculadegeneration

Die altersbedingte Maculadegeneration (AMD) betrifft meist beide Augen und kann in ihrer staerksten Form zu einer drastischen Einschraenkung der zentralen Sehschaerfe fuehren.

Daher ist bei ihrem Auftreten rechtzeitig eine Behandlung mit Medikamenten angezeigt, die man mit einer kleinen Spritze in den Glaskoerperraum des Auges injiziert. Bisher bestand die Auswahl zwischen dem zugelassenen Praeparat LUCENTIS der Fa. Novartis und dem off-label verwendeten, aber in seiner Wirkung nahezu gleichen AVASTIN der Fa. Roche.

Seit November 2012 ergaenzt das ebenfalls zugelassene Medikament EYLEA der Fa. Bayer die Produktauswahl. Der Wirkmechanismus beruht auf der hohen Bindungsstaerke von Wachstumsfaktoren, die den Krankheitsverlauf unguenstig beeinflussen und die mit dem Medikament gezielt unschaedlich gemacht werden. Dies verleiht dem Mittel auch den Namen VEGF-Trap.

Durch diesen neuen Ansatz ist das Medikament als eine medizinisch sinnvolle und den anderen Praeparaten gleichwertige Alternative anzusehen. Auch Patienten, bei denen die bisherige Therapie kaum Erfolge brachte, koennen u.U. von EYLEA profitieren. Die empfohlene Dosis liegt pro Sitzung bei 2 mg EYLEA. Waehrend der ersten drei Behandlungsmonate wird es 1 x pro Monat gespritzt, danach alle 2 Monate. Nach einem Jahr wird die Therapie individuell angepasst. Damit sind bei gleichbleibender Wirkung weniger Injektionen und Kontrollen als bei den bekannten Praeparaten vorgesehen.

Dr. med. Marcel Keilani

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